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Wissenswertes

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ZWP Ingenieur-AG
Planung und Objektüberwachung für Technische
Gebäudeausrüstung, Gebäudemanagement und Umweltschutz

Bauen im Bestand

HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden


Projektdaten

Auftraggeber: Landeshauptstadt Dresden, Hochbauamt

Architekt: Meier-Scupin & Partner Architekten, München

Kosten TGA netto €: 1.900.000,00

Leistungszeit: 1.BA 2004 bis 2006, 2.BA 2006 bis 2011

Leistung: Planung und Objektüberwachung, Sanitär-, Heizungs-, Kältetechnik, Raumlufttechnik, Elektro- und Nachrichtentechnik, Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Gebäudeleittechnik


Das denkmalgeschützte Festspielhaus, das 1911 von Heinrich Tessenow erbaut wurde, gehört, nach unterschiedlichen zweckentfremdeten Nutzungen in den vergangenen Jahren, seit 1992 wieder zu den wichtigsten Theaterbauten der klassischen Moderne für zeitgenössische Bühnenkunst.

Zu Beginn des Jahres 2004 wurde die Gründung des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau und die Ansiedlung des Choreographen William Forsythe mit seinem Ensemble beschlossen. Der erste Bauabschnitt des Festspielhauses Hellerau beinhaltete die Herstellung der Spielfähigkeit und endete mit der feierlichen Wiedereröffnung im September 2006. Im Rahmen des zweiten Bauabschnitts erfolgte die bauliche Sanierung und die technische Ausstattung der Räume des Hauses, welche nicht Bestandteil des 1. BA  waren sowie die Fassadensanierung einschließlich Außenbauteile mit Außenbeleuchtung, Herstellung der Behinderten- und Anlieferrampe und Mauererstellung Nordwest.

Das Gebäude wurde nutzungsgerecht saniert, dafür wurden im Festspielhaus Lüftung, Heizung, neue Garderoben, Sanitärräume und die Bühnentechnik hergestellt sowie im Keller Lagermöglichkeiten geschaffen. Der Große Saal wurde in seine ursprünglichen Proportionen zurückgebaut und die Seitenbühnen im Norden zum Saal hin geöffnet. In dem Festspielsaal können bis zu 500 Zuschauer untergebracht werden.

Für die Planung der gebäudetechnischen Anlagen wurden folgende Prämissen zugrunde gelegt: Die Integration der haustechnischen Anlagen in das historische Gebäude bei einer Minimierung der
baulichen Eingriffe, die Nutzung bereits vorhandener Installationswege (z.B. Hohlpfeiler) und vorhandener Durchbrüche, das Freihalten der Wände von Installationen und es durften keinerlei Eingriffe in die denkmalgeschützte Fassade vorgenommen werden.

Die Räumlichkeiten Saal, Seitenbühnen und Oberlichtsäle werden mittels einer zentralen Teilklimaanlage lufttechnisch versorgt. Die Zuluftführung wurde nach dem Quellluftprinzip über Bodengitterauslässe konzipiert, die Abluftabsaugung erfolgt im Bereich des Dachraums. Die Quellluftauslässe für die Zuluft wurden in den neu zu schaffenden Bauteilen, neuer Saalboden und neuer Boden Oberlichtsaal, integriert und flächig eingebunden. Die Abluftführung der Oberlichtsäle erfolgte direkt über Dach. Dabei wurden vorhandene Schächte zur Luftkanalführung genutzt. Der Festsaal besitzt im Dachraum Arbeitsstege für Beleuchter/Bühnentechniker. Durch diese Stege ergibt sich ein regelmäßiges Raster in der Dachuntersicht. Während die Stege in Längsachse neben ihrer eigentlichen Funktion zur Montage der Deckenstrahlplattenheizung dienen, werden die Querstege zur Montage der Saalbeleuchtung genutzt.

Für die Beleuchtung der Flure und Seitenbühnen wurden Leuchten ausgewählt, welche der historischen Kegel-Pendelleuchte ähneln, die im Zuge des Innenausbaues von Tessenow speziell für das Festspielhaus Hellerau entworfen wurden.

Zur Brandfrüherkennung wurde eine automatische Brandmeldeanlage (BMA) mit Einzelidentifizierung der Melder und 2-Melder-/2-Gruppenabhängigkeit nach DIN 14675 und DIN VDE 0833 mit VdS-Anerkennung installiert. Für die Überwachung des Festsaales wurden aufgrund der bestehenden Raumhöhe im Dachboden oberhalb der Ebene für Bühnentechnik lineare Rauchmelder eingesetzt. Für die Übertragung von Alarmsignalen, vorgefertigten Alarmtexten sowie spezifischen Durchsagen im Alarm- und Gefahrenfall zur bereichsweisen und kontrollierten Evakuierung von Mitarbeitern und Gästen des Hauses ist flächendeckend eine elektroakustische Sprachalarm- und Evakuierungsanlage nach DIN EN 60849 gefordert. Zum Einbau der Alarmierungslautsprecher wurden dabei vorwiegend die bestehenden Einbaukästen aufgerüstet bzw. vorhandene Nischen genutzt.


Fotos: © Solveig Böhl (ZWP Ingenieur-AG)


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