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Wissenswertes

Besonderheit:

Das Projekt wird geplant mit Building Information Modeling (BIM)

Technische Daten:

  • Kühlleistung 250 kW
  • Heizleistung 1.540 kW
  • Elektr. Anschlussleistung 1.450 kW
  • Kühldeckenfläche 550 m²
  • Volumenstrom Lüftung 170.000 m³/h
  • Datenpunkte 2.860 Stk.
  • Stellplätze 640 Stk.
  • Aufzüge 11 Stk.
  • Sanitärobjekte 290 Stk.
ZWP Ingenieur-AG
Planung und Objektüberwachung für Technische
Gebäudeausrüstung, Gebäudemanagement und Umweltschutz

Kliniken | Pflegeeinrichtungen

Gesundheitscampus NRW, Bochum


Projektdaten

Auftraggeber: BLB Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW

Architekt: léonwohlhage Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Kosten TGA netto €: 12.500.000,00

Leistungszeit: 2010 bis 2015

Leistung: Planung und Objektüberwachung, Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Raumlufttechnik, Kältetetechnik, Kühldecken, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Fördertechnik, Gebäudeleittechnik, Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Gebäudeautomation, Außenentwässerung, Grundleitungen, Löschanlagen

3D-Planung: Building Information Modeling (BIM)


Es gab gute Gründe für den Neubau des Gesundheitscampus Nordrhein-Westfalen:  Zukünftig soll der hochmoderne Gebäudekomplex dazu beitragen das Bundesland NRW als Zentrum der medizinischen und wissenschaftlichen Kompetenz für Gesundheitswirtschaft und Forschungsaktivitäten im internationalen Vergleich weiter nach vorne zu bringen. Im Südosten des Bochumer Stadtgebietes wurde deshalb auf einem Grundstück von etwa 50.000 m²  der Gebäudekomplex „Gesundheitscampus NRW“ realisiert. Drei Gebäude bzw. Bauteile (A, B und C) sah die Planung vor. Bauteil B und C sind bereits im Juni fertiggestellt worden.

Die ZWP Ingenieur-AG hat in der fünfjährigen Planungsphase ihren Teil zum Gelingen des Projektes beitragen können. Gemeinsam mit dem Architekturbüro léonwohlhage Gesellschaft von Architekten mbH wurde Building Information Modeling (BIM) als interdisziplinäre Planungsmethode ausgewählt. Dies hatte große Vorteile gegenüber herkömmlichen Herangehensweisen. Insbesondere der Workflow und die sonst üblichen Schnittstellenproblematiken zwischen Architektur, Statik, Bauphysik konnten durch BIM deutlich minimiert werden. Der Import und Export von Gebäudemodellen, die Implementierung von Prozessstrukturen sowie Berechnungen und Simulationen wurden so von Beginn an integriert.

Im fertiggestellten Bauteil B werden Studierende zukünftig ausgebildet. Das klar strukturierte, sechsstöckige Gebäude umreißt einen quadratischen Grundriss mit einem innenliegenden Hof zum Verweilen. In den einzelnen Etagen sind etliche Seminar- und Verwaltungsräume untergebracht. Außerdem befinden sich dort die sogenannten Settings, in denen für die Studierenden verschiedene Ausbildungssituationen bereitgestellt wurden. Beispielsweise kann in einem solchen Setting der Klinikalltag in einem Operationsraum sowie in Intensiv- und Stationszimmern simuliert werden. Um die Authentizität des Settings zu steigern, sind spezielle technische Einbauten wie z.B. Druckluftanschlüsse oder Krankenhausinstallationseinheiten an den Pflegebetten realitätsnah erlebbar. Bauteil C ist als Kubus ausgeführt und empfängt im Erdgeschoss durch einen weiten Foyerbereich seine Besucher. Eine geräumige, lichtdurchflutete Mensa sowie ein großer Hörsaal, der Audimax, sind von dort aus erreichbar. Durch den notwendigen hohen Flächenanteil der Lüftungszentralen beider Gebäude sind diese auf den jeweiligen Dächern angelegt worden. Da für die beiden Gebäude keine aktive Kühlung vorgesehen war, sah die Planung raumlufttechnische Anlagen mit adiabater Abluftkühlung vor. Das Befeuchten der Abluft kühlt selbige, bevor sie die Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung durchströmt. Ein Kreislaufverbundsystem gewinnt die Kälte aus der Abluft zurück und führt sie der Zuluft zu. So kann energiesparend und vor allem ohne zentrale Kälteerzeugung eine gesteuerte Temperierung der Zuluft im Sommer erreicht werden.

Zur zentralen Wärmeerzeugung stellen die stadtwerke Bochum Fernwärme bereit. Die Kälte für die Serverräume in Bauteil B und C sowie zur Kühlung der Hörsäle und des Audimax wird je Bauteil von einer Kältemaschine erzeugt.


© Fotos: Solveig Böhl + Stephanie Poschmann (ZWP Ingenieur-AG)

© Luftaufnahme: BLB NRW


Building Information Modeling

Im Rahmen des Projektes Gesundheitscampus NRW testet das Architekturbüro LÉON WOHLHAGE WERNIK gemeinsam mit der ZWP Ingenieur-AG Building Information Modeling als interdisziplinäre Planungsmethode. BIM soll im Planungsteam insbesondere als Werkzeug für das nachhaltige Planen und Bauen erprobt werden. Es sollen Grundlagen für die kooperative Arbeit mit Gebäudemodellen an Hand der BIM-Methode mit Fokus auf die Ziele des Bauherrn erarbeitet werden. Projektziel ist dabei auch die Entwicklung eines bürointernen Workflows zu der Arbeit im Rahmen eines BIM. Dazu zählen im Modellprojekt insbesondere folgenden Ergebnisse:

  • Mitarbeit an der Entwicklung von Prozessstrukturen für BIM im interdisziplinären Planungsteam (Architektur, Statik, Bauphysik)
  • Import und Export Gebäudemodelle, SchnittstellenEntwicklung und Implementierung von Prozessstrukturen und Workflow für BIM
  • Integration von Berechnung / Simulationen

Die derzeit autark genutzten TGA-Berechnungsprogramme sollen über Schnittstellen mit dem bestehenden Konstruktionswerkzeug (Auto CAD MEP) in das BIM einbezogen werden.

  • Integration Raumbuch
  • Integration Massenauszug

Weiterhin sollen folgende Fragestellungen beantwortet werden:

  • Kann durch die Nutzung von BIM eine bessere Bewertung der Nachhaltigkeit erreicht werden?
  • Bewertung der Prozesse in Bezug auf Übertragbarkeit auf andere Projekte
  • Bewertung des Workflows auf mögliche Mehraufwendungen und Einsparungen von Planungszeit sowie Verlagerung von Aufwand in andere Planungsbereiche

Ziel ist es, das Potential von BIM für die effektive kooperative Planung zu ermessen. Die erste Phase des Projekte brachte bereits wichtige Erkenntnisse. Eine wesentliche Feststellung ist, dass das Arbeiten mit BIM eine intensive Zusammenarbeit der Planungsbeteiligten in Bezug auf die Abstimmung der Prozesse und Anforderungen der Modelle erfordert. Die vorhandenen Schnittstellen zur Übertragung von Gebäudemodellen zeigen im Bereich der Konstruktion bereits eine gute Handhabbarkeit und Funktionalität. Dadurch lassen sich Erkenntnisse über die Koordination der Systeme (Architektur und TGA) im 3D-Modell gewinnen und anhand von Kollisionsprüfungen validieren.


© BIM-Planung: ZWP Ingenieur-AG


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