Bundeswehrkrankenhaus, Neubau Küche und Betreuungseinrichtung, Berlin

Auftraggeber: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Architekt: Petersen Pörksen Partner Architekten

Kosten TGA netto €: 3.665.000,00

Leistungszeit: 2010 bis 2016

Leistung: Planung und Objektüberwachung, Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Raumlufttechnik, Kältetechnik, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Fördertechnik, Küchentechnik, Gebäudeautomation

Das neue Bundeswehrkrankenhaus steht mit 14 medizinischen Fachdisziplinen der Regelversorgung für den gesamten Berliner Raum, Soldaten und Zivilpersonen gleichermaßen offen. Die ZWP Ingenieur-AG führte die technischen Fachplanungsleistungen für den Neubau der Küche mit Betreuungseinrichtung durch. Geplant wurde eine Truppenküche zur Bereitstellung von Frischkost für ca. 370 Patienten im Krankenhaus zur Früh-, Mittag- und Abendversorgung mittels Tablettsystem sowie für ca. 230 Mittagessen für die Mitarbeiterversorgung. Die küchentechnische Anlage der Truppenküche ist über drei Etagen angeordnet. Im Untergeschoss sind Personalräume, Lagerräume und die Wagenbahnhöfe eingeordnet. Im Erdgeschoss ist die Produktionsküche mit Portionierung und Zentralspüle. Im 1. Obergeschoss ist der Speisesaal mit der Thekenanlage für die Mitarbeiter. Die Verbindung der Geschosse erfolgt über insgesamt drei Küchenaufzüge, die funktionell und hygienisch zugeordnet sind. Für die Kaltverpflegung wurde eine sogenannte Frischkostküche geplant, in der ausreichend Ausgussbecken und Handwaschbecken vorgesehen sind. Die Fußbodenentwässerung erfolgt über Bodeneinläufe und Bodenrinnen. Zur Reinigung sind entsprechende Schlauchanschlüsse vorgesehen. Das Angebot der Speisen und Getränke zur Mittagsversorgung erfolgt über eine gesonderte Thekenanlage im 1. Obergeschoss. Für die Patientenversorgung wurde das bereits jetzt vorhandene Tablettsystem der Firma Temprite übernommen. Die dazu notwendigen Speisentransportwagen werden vor der Portionierung in einem gesonderten Raum leicht gekühlt. Nach dem Befüllen erfolgt der Transport der Wagen über Aufzüge in das Untergeschoss in den Bereitstellungsraum, zur Abholung durch den Hol- und Bringdienst. Im Untergeschoss ist auch ein Wagenbahnhof für die unreinen Speisentransportwagen vorhanden, welche von dort aus über einen gesonderten Aufzug in das Erdgeschoss transportiert werden, wo die Tabletts sortiert und direkt in die Spüle gefahren werden. Im Erdgeschoss befindet sich eine zentrale Spüle mit einer Bandspülmaschine für das Geschirr, Tabletts und Bestecks sowie einer Behältermaschine auf Basis Granulat und dem dazu nötigen Zubehör. Für die Abfälle steht eine Müllschleuse und ein gekühlter Nassmüllraum zur Verfügung. Die Temperaturen von den Kühlzellen, Heißluft-Dämpfern und Vario Cooking Center sowie der Spülmaschinen werden erfasst und computertechnisch im Küchenleiterbüro dokumentiert. Mit einer thermischen Simulation wurde das Verhalten des Gebäudes im Sommer untersucht. Die untersuchten Räume werden alle über die Fenster natürlich belüftet, eine mechanische Kühlung ist nicht vorgesehen. Das sommerliche Verhalten der Räume wurde mit dem Wetterdatensatz der Region 4 vom DWD bewertet. Die Bewertung wurde in Bezug zur „Richtlinie zu baulichen und planerischen Vorgaben für Baumaßnahmen des Bundes zur Gewährleistung der thermischen Behaglichkeit im Sommer“ erstellt. Darin wird neben der Betrachtung mit dem gültigen Testreferenzjahr eine zusätzliche Betrachtung mit einer z. B. 14-tägige Hitzeperiode verlangt. Hierzu wurden in das Testreferenzjahr die entsprechenden extremen sommerlichen Wetterwerte eingebunden.

 

 

Grafiken: © Petersen Pörksen Partner Architekten

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