Koelnmesse 3.0, Köln

Auftraggeber: JSWD Architekten, Köln

Bauherr: Koelnmesse GmbH

Architekt: JSWD Architekten, Köln

Kosten TGA netto €: 64.400.000,00

Leistungszeit: 2016 bis 2023

Leistung: Planung und Objektüberwachung, Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Raumlufttechnik, Kältetechnik, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Gebäudeautomation, Fördertechnik, Feuerlöschtechnik

Die Koelnmesse verfolgt mit der Realisierung umfassender Neubau- und Sanierungsmaßnahmen das Ziel, eines der nachhaltigsten und attraktivsten innerstädtischen Messegelände der Welt zu werden. Die Maßnahmen fokussieren insbesondere die neuen, flexibleren Anforderungen der Messeaussteller und die Gestaltung der Messehallen als Eventflächen durch eine höhere Attraktivität und umfassende technische Ausstattungen.

Im Rahmen des Projektes „Koelnmesse 3.0“ wurde die ZWP Ingenieur-AG beauftragt mit den Planungsleistungen der technischen Gebäudeausrüstung für die Neubauten: die neue Halle 1, Confex® und den Boulevard Ost und West. Zusätzlich sollte im Außenbereich mit der Fassade vor den Hallen 10, 11 und 2 sowie dem „Walkway“ als Verbindung auf dem Außengelände zwischen den Hallen 2, 3 und Confex® eine ästhetische und funktionale Aufwertung erfolgen.

Die drei Neubauten haben sehr unterschiedliche Anforderungen an die Nutzung und Ausstattung. Während die neue Halle 1 im Wesentlichen das hochwertige Ausstellergeschäft beinhaltet, entsteht mit dem Confex® eine multifunktionale Halle, die den Zukunftstrend der Messewirtschaft nach einer immer engeren Verschmelzung von Messen und Konferenzen bedient. Mit dem Confex® soll zudem das regionale Angebot im Kölner Raum für wertige Konferenzen mit bis zu 5.000 Personen geschaffen werden. Der Boulevard, der in Ost-West-Orientierung die bestehenden Südhallen auf dem Messegelände verbindet, soll mit seinem Kopfbau am Osteingang der Südhallen das repräsentative Erscheinungsbild der Koelnmesse an der Deutz-Mülheimer-Straße aufwerten.

Bei aller Diversität ist den drei Neubauten gemein, dass Sie energetisch in die bestehenden Strukturen der Koelnmesse eingegliedert werden sollten. Der durch die Erweiterung der Südhallen steigende Energiebedarf wird hierbei zu großen Teilen durch die Erweiterung der bestehenden Versorgungsstrukturen der Kältetechnik sichergestellt. Im Confex® wird hierzu eine neue Kältezentrale mit rund 10 MW Kälteleistung realisiert. In Teilen können jedoch auch vorhandene Leistungen durch den Wegfall und die Sanierung zur Versorgung der Neubauten durch das Nahkälte-netz der Koelnmesse genutzt werden. Der Wärmebedarf von ca. 7,45 MW der Neubauten erfolgt über das bestehende Nahwärmenetz. Trinkwasser und die Elektrohauptversorgung der Neubauten werden über die auf dem Messegelände bestehenden „Energiekanäle“ angebunden. Die Versorgung der neuen Halle 1 und Confex® folgt dem bewährten Prinzip eines Medienkanals unterhalb der Ausstellungsebene. Von hier aus können die einzelnen Stände im Messebetrieb flexibel über Spartenkanäle mit den Medien Trinkwasser, Schmutzwasser, Druckluft, Elektrotechnik, Daten sowie Sprinklertechnik versorgt werden.

Die Messehalle 1 wurde im Januar 2021 fertiggestellt und an die Koelnmesse übergeben, während der Planungsprozess für das Confex® als weiterer Bauabschnitt aktuell fortgesetzt wird.

Neben dem hochwertigen Ausstattungsstandard der Koelnmesse ist eine wesentliche Herausforderung der Neubauten die adäquate Versorgung der Besucher mit Frischluft und die Abführung von thermischen Lasten, da die Belegungsdichten in Stoßzeiten bis zu zwei Personen je Quadratmeter betragen können. Um dies zu gewährleisten, werden raumlufttechnische Anlagen auf den Dachflächen der Neubauten installiert, die nach den neuesten Anforderungen an Effizienz unter anderem mit einer hochwertigen Wärmerückgewinnung ausgestattet werden. Die Ausstattung ist insbesondere in den Anlagengruppen der Nachrichtentechnik äußerst hochwertig. Die Vorsehung einer intelligenten Personenzählung und -verfolgung unterstützt unter anderem die verbesserte Wegeführung innerhalb der Neubauten. Das Confex® Gebäude wurde bereits vorab von der DGNB mit der höchsten Kategorie in Platin zertifiziert.

Fotos: © ZWP Ingenieur-AG (S. Feld)
BIM Visualisierungen: © ZWP Ingenieur-AG