Ersatzneubau der Bergischen Universität Wuppertal

Auftraggeber: Bau- und Liegenschaftbetrieb (BLB) NRW

Architekt: sop architekten GmbH & Co. KG, Düsseldorf

Kosten TGA netto €: 19.500.000,00

Leistungszeit: 2011 bis 2016

Leistung: Planung und Objektüberwachung, Sanitär-, Heizungs-, Raumluft-, Kältetechnik, Elektro- und Nachrichtentechnik, Fördertechnik, Gebäudeleittechnik, Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Gebäudeautomation, Grundleitungen, Löschanlagen, Lichtsimulation, Gebäudesimulation, Medientechnik, Labortechnik, Labormöbel

Auf dem Campus Grifflenberg der Bergischen Universität in Wuppertal ist seit Juli 2017 der Ersatzneubau für die Fächer Chemie, Biologie und Ingenieurwissenschaften in Betrieb. Im Rahmen der Hochschulenstandortentwicklungsplanung hatte sich der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW in 2011 für den Neubau entschieden. Der Gesamtkomplex verfügt über ca. 28.500 m² Fläche – aufgeteilt auf zwei Gebäudeteile, die durch einen verglasten Eingangsbereich miteinander verbunden sind. Durch die optimierte TGA Planung konnten die Gebäudehöhen reduziert werden, so dass eine Einstufung in ein Hochhaus und daraus resultierende zusätzlich Anforderungen an den Brandschutz vermieden werden. Mit dem Ersatzneubau, der als multifunktionales Gebäude geplant wurde, wurden neue Maßstäbe für die bauliche Zukunft des gesamten Hochschulstandorts gesetzt.

Seminar- und Büroräume sind mit einer natürlichen Lüftung ausgestattet. Öffnungsflügel in der Fassade sind auf jeder zweiten Ausbauachse positioniert, sodass eine individuelle Versorgung mit Frischluft gewährleistet ist. Auch die Foyer- und Verkehrsflächen des Verbindungsbauwerks werden natürlich be- und entlüftet. Die raumlufttechnischen Anlagen verfügen über eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung mit einem Kreislaufverbundsystem. Um einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb zu sichern, ist die Digestorien-Abluft in das KV-System der Wärmerückgewinnung eingebunden. Zur Unterstützung und Optimierung der komplexen Gebäudeplanung hat ZWP umfangreiche Simulationen durchgeführt. So haben thermische Simulationen für ausgewählte Bereiche gezeigt, dass ein großer Teil der Büro- und Seminarbereiche ohne zusätzliche Kühlung komfortabel zu nutzen sind. Mit Hilfe einer Strömungssimulation des 25m hohen verglasten Luftraums des Eingangsbauwerks wurde ein auf rein natürlicher Lüftung basierendes Kühlkonzept über motorische Lüftungslamellen entwickelt. Darüber hinaus wurde mit detaillierten Tageslichtsimulationen die Nutzung der am Innenhof liegenden Büroflächen optimiert. Dadurch konnten kostenintensive Lichtlenksysteme vermieden werden. Um den Einsatz fossiler Primärenergie noch weiter zu senken, wird die Abwärme von Druckluftkompressoren in die Warmwasserbereitung bzw. -zirkulation eingebunden. Die Zuluft wird im Sommer über einen adiabaten Kühlprozess konditioniert. Dabei kann in den meisten Jahreszeiten auf den Einsatz von elektrisch betriebenen Kältemaschinen verzichtet werden, denn partiell anfallende Spitzenkühllasten werden über eine im Ring verlegte Kaltwasserversorgung mit Umluftkühlgeräten kompensiert. Da die Forschungstätigkeit der Universität einem ständigen Wandel unterliegt, legt der Nutzer größten Wert auf Flexibilität auch in der Infrastruktur der technischen Anlagen. Die Planung entwickelte daher ein Ver- und Entsorgungsraster für sämtliche Bereiche, das Nutzungsänderungen mit minimalem Aufwand ermöglicht.

Fotos: © format 2d, Bingen am Rhein | Visualisierungen: © sop architekten GmbH & Co. KG, Düsseldorf | Schemata: ZWP Ingenieur-AG