Behördenzentrum Rostock

Auftraggeber: Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Neubrandenburg

Architekt: ARGE Buttler Architekten & Brenncke Architekten Brenncke Architekten Partnergesellschaft mbH

Kosten TGA netto €: 8.400.000,00

Leistungszeit: 2016 bis 2025

Leistung: Planung und Objektüberwachung, Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Raumlufttechnik, Kältetechnik, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Fördertechnik, Gebäudeautomation

In Rostock zwischen der Blücherstraße, Ferdinandstraße und der Straße am Güterbahnhof ist das neue Behördenzentrum der Hansestadt Rostock entstanden. Das neue Gebäudeensemble aus der zuvor leerstehenden ehemaligen Polizeidirektion aus den 1950er Jahren wurde umfangreich saniert und funktionell wiederbelebt. Zusätzlich wurden zwei Erweiterungsbauten als Neubau errichtet.

In dem Gebäudeensemble sind das Amt für Gesundheit und Soziales (LAGuS), das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt – Mittleres Mecklenburg (StALU-MM), das Landesamt für Verkehr und Straßenbau (LS) und das Amt für Raumordnung und Landesplanung – Region Rostock (AfRL-RR) untergebracht.

Die Nutzung der Neubau- und Bestandsgebäude wurde unterteilt in Büronutzung mit Registratur, Besprechungs- und Veranstaltungsräumen sowie in einen mehrgeschossigen Laborbereich im Neubau an der Ferdinandstraße. Die Labore werden durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) genutzt. Die Tätigkeiten in der Labornutzung sind der Virologie/Serologie, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene zugeordnet. Der Laborbereich umfasst eine Nutzfläche von ca. 660 m² mit Laboren der Klasse S2. Die Räume gehören der Schutzstufe 2 nach BioStoffVO an. Die neuen Verwaltungsräume wurden nach den neuesten Standards der Bürokommunikation und Datenausstattung hergerichtet.

Der Entwurfsansatz der Gebäudeplaner war „das Grüne U“ mit der städtebaulichen Einbeziehung der angrenzenden Grünbereiche sowie der Realisierung eines Konzeptes zur Nachhaltigkeit für das Gebäudeensemble in den Gebäudekörpern, den Freianlagen und der energetischen Funktionalität.

Gemäß EnEV / DIN V 18599 wurde der Anforderungswert an den Primärenergiebedarf um 64,3 Prozent unterschritten und die Anforderungswerte an die Höchstwerte der Koeffizienten des Wärmedurchgangs um mindestens 20 Prozent unterschritten.

Der Gebäudeplanung lag ein Energiekonzept zugrunde, welches mittels Errichtung einer Wärmepumpe mit Geothermienutzung sowie einer Photovoltaikanlage umgesetzt wurde.
Die Kälteversorgung erfolgt entsprechend dem Energiekonzept über eine reversible Sole/Wasser-Wärmepumpe, die als komplette geothermische Energiezentrale realisiert wurde. Als Wärmesenke dient ein Erdsondenfeld. Da ganzjährig betrachtet deutlich mehr gekühlt als geheizt wird, ist ein trockener Rückkühler zur Abführung der Wärmelast vorgesehen. Die Grundlast der Wärmeversorgung erfolgt ebenfalls über die geothermische Energiezentrale mit dem Erdsondenfeld im Hof des Gebäudekomplexes als Wärmequelle. Die restliche Wärmeversorgung wird über einen direkten Fernwärmeanschluss gewährleistet.

Auf dem Dach des Neubaus an der Straße am Güterbahnhof wurde eine PV-Anlage installiert, die einen Teil des Strombedarfes der Anlagen zur Kälteversorgung der IT deckt. Im Hof des Gebäudekomplexes ist eine Netzersatzanlage errichtet worden, die die sicherheitsrelevanten Verbraucher der Haustechnik, EDV-Technik inkl. zugehöriger Kühlung versorgt.

Aufgrund der erhöhten hygienischen Anforderungen wurden die Waschtische und Toiletten mit berührungslosen Armaturen ausgestattet. An den Waschtischarmaturen wird mittels Durchlauferhitzer Warmwasser bereitgestellt.

Das neue Behördenzentrum besteht aus 5 Gebäuden mit bis zu 8 Etagen und einer Bruttogrundfläche von rund 17.000 m².

Fotos: © Steffen Spitzner