Behördenzentrum Rostock

Auftraggeber: Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Neubrandenburg

Architekt: ARGE Buttler Architekten & Brenncke Architekten Brenncke Architekten Partnergesellschaft mbH

Kosten TGA netto €: 8.401.000,00

Leistungszeit: 2016 bis 2022

Leistung: Planung und Objektüberwachung, Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Raumlufttechnik, Kältetechnik, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Fördertechnik, Gebäudeautomation

Derzeit entsteht in Rostock zwischen der Blücherstraße, Ferdinandstraße und der Straße am Güterbahnhof das neue Behördenzentrum der Hansestadt Rostock. Das neue Gebäudeensemble aus der derzeit leerstehenden ehemaligen Polizeidirektion aus den 1950er Jahren wird umfangreich saniert und funktionell wiederbelebt. Zusätzlich entstehen zwei Erweiterungsbauten als Neubau.

In das Gebäudeensemble werden das Amt für Gesundheit und Soziales (LAGuS), das Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt - Mittleres Mecklenburg (StALU-MM), das Landesamt für Verkehr und Straßenbau (LS) und das Amt für Raumordnung und Landesplanung - Region Rostock (AfRL-RR) untergebracht sein.

 

Die Nutzung der Neubau- und Bestandsgebäude ist unterteilt in Büronutzung mit Registratur, Besprechungs- und Veranstaltungsräumen sowie in einen mehrgeschossigen Laborbereich im Neubau an der Ferdinandstraße. Die Labore sollen durch das Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) genutzt werden. Die Tätigkeiten in der Labornutzung sind der Virolo-gie/Serologie, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene zuzuordnen. Der Laborbereich umfasst eine Nutzfläche von ca. 660 m² mit Laboren der Klasse S2. Die Räume gehören der Schutzstufe 2 nach BioStoffVO an. Die neuen Verwaltungsräume werden nach den neusten Standards der Bürokimmunikation und Datenausstattung hergerichtet.

Der Entwurfsansatz der Gebäudeplaner ist „das Grüne U“ mit der städtebaulichen Einbeziehung der angrenzenden Grünbereiche sowie der Realisierung eines Konzeptes zur Nachhaltigkeit für das Gebäudeensemble in den Gebäudekörpern, den Freianlagen und der energetischen Funktionalität.

Gemäß EnEV / DIN V 18599 wird der Anforderungswert an den Primärenergiebedarf um 64,3 Prozent unterschritten und die Anforderungswerte an die Höchstwerte der Koeffizienten des Wärmedurchgang um mindestens 20 Prozent unterschritten.

Der Gebäudeplanung liegt ein Energiekonzept zugrunde, welches mittels Errichtung einer Wärmepumpe mit Geothermienutzung sowie einer Photovoltaikanlage Umsetzung findet. Die Kälteversorgung erfolgt entsprechend dem Energiekonzept über eine reversible Sole/Wasser-Wärmepumpe die als komplette geothermische Energiezentrale vorgesehen ist. Als Wärmesenke dient ein Erdsondenfeld. Da ganzjährig betrachtet deutlich mehr gekühlt als geheizt wird, ist ein trockener Rückkühler zur Abführung der Wärmelast vorgesehen. Die Grundlast der Wärmeversorgung erfolgt ebenfalls über die geothermische Energiezentrale mit dem Erdsondenfeld im Hof des Gebäudekomplexes als Wärmequelle. Die restliche Wärmeversorgung erfolgt über einen direkten Fernwärmeanschluss.

Auf dem Dach des Neubaus an der Straße am Güterbahnhof entsteht eine PV-Anlage, die einen Teil des Strombedarfes der Anlagen zur Kälteversorgung der IT deckt. Im Hof des Gebäudekomplexes wird eine Netzersatzanlage errichtet die die sicherheitsrelevanten Verbraucher der Haustechnik, EDV-Technik inkl. zugehöriger Kühlung versorgt.

Aufgrund der erhöhten hygienischen Anforderungen werden die Waschtische und Toiletten mit berührungslosen Armaturen ausgestattet. An den Waschtischarmaturen wird mittels Durchlauferhitzer Warmwasser zur Verfügung gestellt. Das neue Behördenzentrum besteht aus 5 Gebäuden, mit bis zu 8 Etagen, einer BGF von derzeit 17.000 qm.

Die endgültige Fertigstellung ist für Ende 2024 geplant.

Visualisierungen: © Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V