Merck Innovation Center, Darmstadt

Bauherr: Merck KGaA, Darmstadt

Auftraggeber und Architekt: HENN, München

Leistungszeit: 2016 bis 2018

Leistung: Planung und Objektüberwachung, Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Raumlufttechnik, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Gebäudeleittechnik, Fördertechnik, Medientechnik

Kosten TGA netto €: 25.000.000,00

Der Standort Merck in Darmstadt soll sich schrittweise von einem Produktionswerk zu einem Technologie- und Wissenscampus entwickeln. Kernstück dieser Veränderung ist das Innovation Center mit einer neuen Arbeitswelt. In dem Innovation Center ist der zentrale und großzügige Werksempfang untergebracht, darüber gliedern sich im steten Wechsel diagonal gegenüberliegende Projektflächen. Die Projektflächen sind über Lufträume miteinander verbunden, sodass beim Betreten des Gebäudes der Eindruck entsteht, man befinde sich in einem großen Raum.

 

Auf den Projektflächen sind neben einer Bibliothek, einem Café und verschiedenen Meetingräumen die Arbeitsflächen für die international besetzten Forschungs- und Innovationsteams untergebracht, die hier ihren Projekten über verschiedene Phasen nachgehen, angefangen von der Ideenfindung, über die Konzeptentwicklung bis hin zu deren Vorbereitung zur Markteinführung. Für die Planung der gebäudetechnischen Anlagen bestand die Anforderung darin, nahezu ein Maximum an haustechnischen Funktionen in den Flächen unterzubringen und gleichzeitig die flexible Nutzung der Flächen sicherzustellen. Die Flächen des Innovation Center werden voll klimatisiert; Frischluft wird über bodenintegrierte Quellluftauslässe eingebracht, die zusätzliche Heizung und Kühlung erfolgt mithilfe von Heiz-und Kühldecken. Bereits in dieser Sommersaison konnte die Leistungsfähigkeit der Klimasysteme in Verbindung mit den Sonnenschutzsystemen erfolgreich unter Beweis gestellt werden. In die Deckensysteme sind zu den Heiz- und Kühldecken weiterhin Lautsprecher, Brandmelder, WLAN- Antennen, Sprinkler, Steuerkästen für Sonnen- und Blendschutz, versenkbare Beamer und nicht zuletzt Leuchten integriert. Die Leuchten sind neben der Präsenz- und Tageslichtsteuerung in der Lage, die Lichttemperatur individuell an verschiedene Tageszeiten anzupassen (human centric light). Die Steuerung und Energieversorgung der Leuchten erfolgt hierbei über eine PoE Struktur (Power over Ethernet), welches die Lichtsteuerung auf etagenweise platzierte Server (Engines) konzentriert. Unter Bezugnahme auf das Technologieunternehmen Merck sind im Innovation Center neue Produkte und Techniken von Merck bei der Beleuchtung, den Beschichtungen und im Oberlicht verbaut. Zur Anwendung kam die neueste OLED-Technologie in der Kunstinstallation Light Cloud sowie der Bildschirminstallation Media Wall. Das Mitarbeiterrestaurant verfügt im Eingangsbereich über eine Mall, in der sich die Mitarbeiter mit Produkten des täglichen Bedarfs versorgen können. In den beiden oberen Ebenen sind die eigentlichen Restaurantflächen untergebracht, wobei diese um sechs dezentrale Koch- inseln angeordnet sind. Anstelle einer zentralen Großküche wurden dezentrale Kochinseln vorgesehen, die Gerichte verschiedener regionaler Küchen anbieten. Neben der werkseigenen Küche werden die Kochinseln von weiteren externen Anbietern betrieben. Im Erdgeschoss befindet sich die zentrale Spülküche. Die große Herausforderung für die Planung der haustechnischen Anlagen im Mitarbeiterrestaurant bestand unter anderem darin, die haustech- nischen Systeme der Ver- und Entsorgung für die Küchen zu den flächig verteilten Kochinseln zu führen. Ein besonderes Augenmerk bestand aber auch in der Umsetzung des Störfallkonzeptes wegen der unmittelbaren Nähe des Mitarbeiterrestaurants zu Produktionsstätten mit Störfallpotential. So mussten die Luftleitungen im Dachbereich und Dachdurchführungen so ausgeführt werden, dass sie einer massiven Explosionsdruckwelle standhalten können. Hierfür war es notwendig, für jedes Anlagenteil ein Ausführungsdetail zur Vorlage einer entsprechenden Prüfinstanz zu erarbeiten. Sowohl das Innovation Center als auch das Mitarbeiterrestaurant sind im Frühjahr 2018 in Betrieb gegangen und erfreuen sich einer regen Nutzung und Akzeptanz.

Fotos: © H.G. Esch, Hennef